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Bühne frei für dich!

Oder Lila, das Spiel des Universum


Es drängt mich wieder mal zu schreiben. In den letzten Wochen und Monaten habe ich wieder so viel Spannendes erlebt, so viele Aha-Erlebnisse gehabt und immer wieder sehr über das Leben gestaunt. Ganz oft kann ich das, was mir passiert und begegnet nicht einschätzen und einordnen, aber immer öfter habe ich das Gefühl, dass mir Dinge begegnen, die mich in irgend einer Form auf meinem Weg in dieser doch merkwürdigen Welt begleiten sollen.


Vor ein paar Monaten bin ich mit dem Fahrrad gestürzt und ziemlich hart auf die Schnauze gefallen, habe mir die Nase angebrochen, die Stirn (da wo wir oft das Dritte Auge lokalisieren) aufgeschlagen, einen Arm geprellt, ein paar langwierige Blutergüsse am Oberschenkel und ein geschwollenes Knie geholt. Meine ganze linke Seite hat sich bemerkbar gemacht. Das ist passiert in einem Moment, in dem ich ziemlich rastlos und unruhig von einem Ort zum anderen geflitzt bin, in Eile und unter Druck alles unterzubringen, was ich mir so vorgenommen habe. Prinzipiell ist ja daran auch nichts auszusetzen, wenn es aus einer klaren, ruhigen Energie heraus passiert. Aber ich war wohl etwas abgelenkt, unachtsam und gestresst unterwegs. Und boom, lande ich flach auf der Straße.


Zwei Tage später sollte ich zwei Tage lang über Achtsamkeit für eine Gruppe Lehrer*innen referieren – habe ich dann auch gemacht, mit geschwollenem, aufgeschürftem Gesicht und dem Gefühl aus einem anderen Film hier auf dieser Welt gelandet zu sein. Aber ich war verlangsamt, ich bin erstaunlicherweise ruhig geworden und die Gruppe, mit der ich die beiden Tage verbracht habe, war unglaublich wohlwollend und wohltuend. Seitdem werde ich jeden Tag von meiner linken Seite daran erinnert die Dinge mit Ruhe und Achtsamkeit anzugehen. Immer noch kann ich bei bestimmten Bewegungen meinen Arm spüren, meine Stirn hat noch ein paar kleine Hubbel, die ich spüre, wenn ich drüber streiche und mein Oberschenkel hat immer noch Dellen und gefühlte Prellungen nach dem Sturz. Und doch heilt der Körper jeden Tag ein wenig, wir sind da wohl in ein unglaublich intelligentes System eingebettet. Ich staune, bin ehrfürchtig, dankbar und lerne jeden Tag ein wenig mehr, nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Ich hatte trotz des Schreckensfluges mit dem Rad ein unglaubliches Glück und bin seither tatsächlich ein bisschen demütiger als vorher.


Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser Unfall mir auch noch viel mehr sagen wollte. Es fühlt sich so an, als wurde ich eingeladen, inne zu halten und noch mal ernsthaft darüber nachzudenken, wie ich mein Leben in den nächsten Jahren, die mir noch auf diesem wundersamen Planeten bleiben, verbringen will. Will ich herumhetzen, getrieben von irgendwelchen Gedanken und Glaubenssätzen darüber, dass ich das muss, um zu überleben und genug zu haben, um meinen Unterhalt zu bestreiten oder will ich mir die Zeit nehmen, jeden Tag wieder von Neuem hinzuspüren, wie ich meine Lebenszeit investieren will, was mich erfüllt, wie ich sinnvoll wirken kann für eine Welt, wie ich sie mir wünsche und ausmale. Eine Welt, in der wir immer wieder die Möglichkeit haben uns selbst so gut zu spüren und unseren Kurs so auszurichten, dass wir aus tiefer Überzeugung jeden Schritt wählen, nicht weil wir müssen, sondern weil wir wollen.


Wir alle sind mit unglaublich vielen natürlichen Geschenken hier auf die Welt gekommen mit der Einladung unser Spiel zu spielen. Natürlich werden wir alle in eine Welt hineingeboren, die uns manchmal verunsichert, in der wir Unbekanntem und Schwierigkeiten begegnen und Angst haben. Als Kinder hatten wir oft nicht die Möglichkeit uns dagegen zu wappnen und haben die volle Ladung aus unserem Umfeld abgekriegt: Werte, Meinungen darüber, wie wir sind – gut oder schlecht, talentiert oder unnütz, schön oder hässlich, faul oder fleißig und es sind Wellen von Erwartungen über uns herein geschwappt. Erwartungen, wie wir zu sein haben, um richtig zu sein. Oh, wie viele von uns sind aufgewachsen mit der Idee, dass wir nicht richtig und genug sind, mit wieviel Scham gehen wir immer noch durchs Leben, versuchen möglichst unsichtbar und angepasst durch den Tag zu kommen und ja nicht aufzufallen und uns Kritik auszusetzen. Aber jetzt sind wir keine schutzlosen Kinder mehr, die Strategien, die wir uns damals zum Überleben zurechtgelegt haben, sind nicht mehr wirklich dienlich. Sie halten uns klein, in unseren Mustern gefangen, zerknautscht von all dem, was wir bisher so abgespeichert haben – bewusst oder unbewusst.


Ich bekomme immer mehr eine Ahnung darüber, dass wir als Erwachsene Möglichkeiten haben, anders durchs Leben zu gehen, uns dieser einschränkenden Glaubenssätzen zu entledigen, eine neue Schönheit und Ganzheit in uns zu entdecken. Je mehr ich mich mit dieser Möglichkeit auseinander setze, desto mehr festigt sich die Überzeugung in mir, dass wir nicht nur die Möglichkeiten haben, sondern auch eine gewisse Verantwortung. Wollen wir den Rest des Lebens kleiner und miserabler durch unsere Zeit gehen, als wir gedacht sind? Ich glaube ganz fest (und das ist nicht nur etwas, das ich glaube, diese Lehren finden wir bei ganz vielen alten Weisheitslehrer*innen und verstärkt auch bei ganz aktuellen zeitgenössischen Forscher*innen und Lehrer*innen, die immer mehr in meinem Feld auftauchen und sich ausbreiten mit ihren Botschaften), dass wir dazu eingeladen sind, immer wieder inne zu halten und zu hinterfragen, wie wir unser Leben gestalten wollen, um den Beitrag leisten zu können, ohne den die Welt nicht komplett und in ihrem vollen Potential sein kann.


Wir haben ein Leben geschenkt bekommen, eine begrenzte Zeit auf diesem Planeten, in unserem Körper mit seinen Sinnen, mit unserem Geist, der sich tausende Gedanken in kürzester Zeit machen kann, mit einem Herzen, das ein größeres Energiefeld hat als bisher angenommen und mit Potentialen und Talenten, die so gerne entdeckt und zum Ausdruck gebracht werden wollen. Als Geschenk an diese Welt, an das Universum, an die Kraft, die dich hierher gebracht hat.


Immer mehr höre ich den Ruf uns nicht mehr zu verstecken, nicht mehr in einer Ecke zu sitzen und uns zu bemitleiden für all das Schwere und Ungerechte, das uns bisher widerfahren ist, sondern einzutauchen in unsere innere, natürliche Kraft, uns zu verbinden mit dem, was nach Ausdruck strebt und damit mutig auf die Bühne des Lebens zu kommen und unser Spiel zu genießen.


Letztendlich werden wir diese weltliche Bühne früher oder später alle wieder verlassen, wir können nichts Materielles mitnehmen, nicht unseren Körper, nicht unser Hab und Gut – das ist alles nur geliehen für die Zeit, die wir hier sind. Das, was vielleicht Bestand haben wird, sind die Erfahrungen, die Anbindung an etwas Größeres, unser Wirken und die Geschenke, die wir in unserer Zeit den Menschen, dem Planeten und allem Lebendigen hinterlassen. Was bleibt, ist vielleicht unsere Entwicklung, unser Bewusstsein und unsere innere Freiheit und Freude.

Wissen tun wir es nicht – zumindest ich nicht, aber ich finde es einen wunderschönen Gedanken. Ich finde es schön zu denken, dass es ein universelles Spiel gibt, das uns immer wieder einlädt mitzuspielen, auch wenn wir nicht immer wissen, was uns erwartet oder was als nächstes geschehen wird. Dafür braucht es Vertrauen und die Annahme, dass das was kommen wird, auch wenn ich es mit meinem limitierten Verstand nicht verstehen kann, etwas Wunderbares ist, weil es mich auf meiner Reise weiterbringen wird, mich wachsen lassen wird.


Deepak Chopra, dem ich letztlich öfters gelauscht habe, sagt n seinen Meditationsanleitungen immer wieder: Weite deinen Körper, deinen Geist und deine Seele (ich mag da auch gerne das Bild des Herzens), damit du ein bisschen mehr empfangen kannst. Sei inspiriert (von Geist erfüllt) und spür die innere, bedingungslose Freude. Es ist alles in dir, was du brauchst. Sei empfänglich dafür.


Das nehme ich mir zu Herzen und wünsch mir jeden Tag ein bisschen mehr Mut zu finden, ein klein wenig freier, freudvoller und wertschätzender auf meiner Lebensbühne mein Spiel zu spielen. Und ich freu mich über jede*n Weggefährt*in, die sich auch immer mehr getraut. Sich gegenseitig dabei anzufeuern und zu bezeugen, ist etwas vom Kraftvollsten, was ich in der letzten Zeit erfahren durfte. Lasst uns noch mehr Orte und Räume schaffen, die sich sicher und wohlwollend anfühlen, in denen wir uns zeigen dürfen mit all unseren Unsicherheiten, aber auch mit all unserer Schönheit und unserem Strahlen.


In diesem Sinne, genießt euer Spiel, liebe Menschen – einen besseren Moment als Jetzt gibt es nicht dafür. Noch etwas habe ich gerade in den letzten Wochen für mich entdeckt: "Du kannst tanzen, wenn du gehst" - sprich es darf sich auch leicht und spielerisch anfühlen, durch das Leben zu gehen. Frei nach dem Lied "Dance when you walk" von Miten.


Falls du Lust hast in einem kleinen Kreis zusammenzukommen und gemeinsam drauf zu schauen, was du gerne in die Welt bringen möchtest, was dich zum Strahlen bringt und die Freude in dir blubbern lässt, dann gibt es am Samstag, 05. August von 09.00- 12.00 Uhr einen Sommerkreis mit mir im Yoga Shiatsu Zentrum Meran. Melde dich gerne bei mir, wenn du mitspielen magst.


Herzliche Grüße

Martina

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