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Die Segel neu setzen

Oder: Warum jeder neue Jahreszyklus ein reines Abenteuer ist


Es ist Samstag Morgen, es ist noch ganz ruhig draußen und ich verbinde mich mit meiner Innenwelt. Ich habe gerade den Luxus, das tun zu können, weil ich in dieser Zeit nicht so viele Termine wie sonst im Außen habe. Ein Glück – weil in meinem Inneren ist es wieder einmal sehr lebendig, ein wenig wuselig und gespannt (vielleicht auch ein wenig angespannt) – so ein bisschen, wie bei einem Kind vor Weihnachten. Wird das Christkind wohl kommen und meine Wünsche erfüllen, was muss ich tun, um gut vorbereitet zu sein und nichts zu verpassen? Habe ich an alles gedacht?


So ungefähr fühlt es sich in mir an, obwohl ich weder ein Kind bin, noch Weihnachten ist. Es ist Juli, es ist heiß und es sind Sommerferien. Aber diese Zeit empfinde ich gerade als mindestens so aufregend wie Weihnachten für ein Kind, das aufs Christkind wartet. Es fühlt sich an, als wäre es wirklich Zeit die Segel neu und frisch zu setzen, sich bereit zu machen für neue Abenteuer, neue Horizonte, neue Lebensreisen. Für mich, aber gefühlt auch für so viele Menschen, die mir begegnen. Ist das nur mein Eindruck oder spürst du das auch?


Irgendwie scheint alles gleichzeitig da zu sein: Vertrauen, dass alles seinen Weg geht und doch großer Respekt vor all den neuen Möglichkeiten, die ich gerade beschnuppere und umkreise. Die Lust mich freier zu machen von einschränkenden Gedanken, Gewohnheiten und Glaubenssätzen und gleichzeitig die Angst davor den sicheren Hafen meiner Werte und Überzeugungen wieder einmal zu verlassen und auszuweiten.


Wer bin ich, wenn ich nicht mehr festhalte daran, dass unser Geld- und Wirtschaftssystem nichts für mich ist, dass es nicht nachhaltig ist und uns mit unserer Gesellschaft an die Wand fährt? Wer bin ich, wenn ich mich öffne für die Möglichkeit, dass ich mit meinen Macken und Schwächen in unserem derzeitigen System mit all seinen Macken und Schwächen wirksam sein kann, auch wenn ich nicht immer alles 100% unter Kontrolle habe und verstehe? Was, wenn ich mich nicht mehr so schuldig fühle, wenn ich etwas in meinen Augen Unnachhaltiges oder Ungesundes mache - im kleinen privaten, wie auch im großen, öffentlichen Raum - sondern dann einfach immer wieder den Kurs korrigiere, das mache, was gerade möglich ist, für mich Lösungen finde, die sich stimmig anfühlen und aufhöre, mir vorzustellen, wer meine Entscheidungen außer mir selbst sonst noch bewerten und verurteilen könnte.


Die Lebenszeit, die ich und wir alle hier auf dieser Erde noch haben, ist kurz. Es ist an der Zeit wenig konstruktive Grübeleien aufzugeben – die tun unserer Milz und unserer Verdauung nicht gut. Das bedeutet deshalb nicht, rücksichtslos und rein egoistisch durch die Welt zu gehen, sondern sich die Freude zurückzuholen am Sein, am Experimentieren, am Ausprobieren, am Spielen. Es bedeutet auch Fehler zu machen, die einen besseren Weg weisen können. Wenn ich von vorneherein nirgends mitspielen will, weil ich der Meinung bin, das Spiel ist fehleranfällig, versperre ich mich für so viele Erfahrungen und Lernfelder.


Wie lange habe ich mich erfolgreich gewehrt gegen eine Stelle in der Schule, wie lang habe ich gehadert mit meiner Beziehung, wie lange trete ich schon auf der Stelle und in verwickelten Situationen, wenn es um bestimmte Überzeugungen geht. Das bringt Unzufriedenheit, Stagnation und Frustration - zumindest mir.


Die Einladung ist da, Mauern, die vielleicht in der Vergangenheit eine bestimmte innere Sicherheit gegeben haben, aber jetzt einfach eng sind, Stein für Stein abzubauen. Ich kann mit jedem Stein fühlen, wie es ein bisschen heller, weiter, luftiger wird in mir. Ich kann verkrustete, innere Strukturen langsam ein bisschen aufbrechen und beobachten, was passiert.


Es breitet sich in mir eine hartnäckige Ahnung aus, dass Sicherheit nicht von inneren Mauern kommt, sondern von dem Wissen und dem Vertrauen, dass ich auch im Kontakt mit der Welt, mit der Wirtschaft, mit Geld, mit Menschen, mit Systemen, sogar mit Konflikten und Reibung innerlich heil und sicher sein kann. Es braucht dafür ohne Frage gute Wurzeln, gute Erdung, gute Stabilität, es braucht Mitgefühl und Liebe zu sich selbst und zu allem, was uns umgibt. Es braucht ein wenig Optimismus, Lebenslust und Neugierde. Es braucht eine gewisse Risikobereitschaft und sehr viel Gelassenheit. Das ist nicht immer ganz einfach, aber es ist es wert, immer wieder daran zu arbeiten.


Nun ist es nämlich mal so, dass das Leben an sich lebensgefährlich ist und wir alle, ob wir das nun wollen und anerkennen oder nicht, früher oder später dieses Leben, wie wir es kennen, verlassen und sterben werden.


Also lasst uns doch überlegen, was gelebt werden will. Woran möchtest du dich erinnern, was möchtest du nicht missen, wenn du eines Tages an deinem letzten Tag angekommen bist. Wenn du jetzt schon mal zurückblickst, was sind deine Highlights? Welche waren die Erfahrungen, die du gemacht hast, für die du wirklich dankbar bist? Auch wenn sie vielleicht nicht immer die Leichtesten waren.


Ich kann dir sagen, welche meine sind: all jene Erfahrungen, die aus meinen inneren Impulsen entstanden sind – die Arbeit auf dem Campingplatz als Jugendliche, das Auslandsjahr in England während meines Studiums, die Arbeitswechsel, die ich gemacht habe, weil ich gespürt habe, da wartet noch was anderes auf mich, die Menschen, auf die ich mich unterwegs eingelassen habe, meine Auszeit und Reise in Asien, die Zeit in Afrika und die Beziehung mit John, die Ausbildungen, die ich gemacht habe, weil mich etwas gerufen hat.


Bei all diesen Punkten hat es immer wieder Menschen gegeben, die mich gewarnt haben, die mich bewahren wollten vor Schmerz und Schwierigkeiten. Und ja, manchmal habe ich mich tatsächlich auch in Schmerz und Schwierigkeiten hineinmanövriert und doch möchte ich keine diese Erfahrungen missen. Sie haben mich lebendig sein lassen.


Und so werde ich weiter meinen Weg finden. Nur würde ich gerne meinem jetzigen, etwas grüblerischen Ich sagen, dass ich das Grübeln und zu viele Nachdenken sein lassen kann, dass ich mich auch noch mit 51 jeden Tag und mit jedem Jahreszyklus wieder neu erfinden darf und, dass ich nicht alles richtig machen muss. Das geht gar nicht. Es gibt noch so viel zu entdecken, zu erleben, zu erforschen und zu experimentieren. Es darf Spaß machen, es darf kreativ sein und es muss nicht perfekt sein. Ich darf aufhören zu vergleichen, mich vor Reibung oder Unverständnis zu schützen und mich zurückzuhalten, weil jemand meine Art durchs Leben zu gehen als nicht geeignet empfindet.


Und das kannst du auch – wenn du möchtest!


Deshalb starte ich ab November eine Jahresgruppe mit Menschen, die auch spüren, dass sie Lust haben, sich ein wenig zu befreien von all den „ich müsste“ und „ich sollte“ und wieder mehr ankommen in „ich möchte“ und „ich darf“.


Wir Menschen wollen alle gestalterisch, kreativ und lebensförderlich unterwegs sein – das liegt in unserer Natur. Lasst uns gemeinsam noch viel mehr Räume schaffen, in denen solche Entwicklungen und Entfaltung möglich werden. Weil wir neugierig aufeinander sind, offen, für das, was es zu lernen gibt, im Vertrauen, dass wir aus uns heraus gestalten und wachsen dürfen. Lasst uns die Schönheit, die Vielfalt und die Einzigartigkeit jeder Lebensgeschichte feiern und anerkennen. Lasst uns in Verbindung sein, uns gegenseitig unterstützen und bezeugen, anfeuern und bestärken – gerade auch, wenn jemand ein wenig anders tickt als wir selbst. Wie spannend ist es denn uns gegenseitig zu entdecken, ohne einander zu bewerten.


Und es ist ja alles schon da, was du brauchst, um zu dir zu stehen, aufrichtig und aufgerichtet durchs Leben zu gehen – du darfst es herausschälen, anerkennen und der Welt schenken:


Dein Potential im Jahreskreis – vom November 26 bis September 27:


·       8 Treffen in Präsenz zu den nordischen Jahreskreisfesten in Meran

·       4 individuelle Termine für deine ganz persönliche Entwicklung, Themen und Projekte – einen für jede Jahreszeit

·       Impulse & Anregungen zum Dranbleiben für Zwischendurch


Sei dabei! Es gibt 12 Plätze.


Ich freu mich auf diese Reise durch einen ganzen Jahreszyklus – so gerne auch mit dir!


Hier kannst du mehr lesen: Dein Potential im Jahreskreis


Wenn du dich anmelden möchtest oder Fragen hast, melde ich gerne bei mir persönlich: 338 4511627


Alles Liebe

Martina

 
 
 

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