Achtsamkeit und Potentialentfaltung
- Martina De Rosi

- vor 3 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
Oder: Die forschende Entdeckerin

Das sind die beiden Themen, die mich immer wieder neugierig machen: Achtsamkeit und Potentialentfaltung. Sie sind sozusagen mein innerer Motor und Antrieb. Was brauchen wir, damit wir in unserer vollen Kraft sein können und unser Leben aus einem Gefühl der Weite, Offenheit und Freude heraus gestalten dürfen?
Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, bin ich in den letzten Jahren immer wieder tiefer in die faszinierenden Weisheiten des Yoga eingetaucht, ich habe mich mit den Ansätzen der fernöstlichen Philosophie und Praxis im Shiatsu auseinandergesetzt, ich habe im Rahmen von Ökodorfbewegungen globale tiefenökologische Aspekte und lokale Rituale und Bräuche kennengelernt, mit den Pioneers of Change sozio-kulturellen Wandel geübt und mit Gerald Hüther die Möglichkeiten der Neurobiologie und der Funktionsweisen unseres Gehirns als Grundlage für Potentialentfaltung erforscht.
Ich glaube, ich habe inzwischen ein ziemlich solides Fundament an Wissen und Instrumenten, die uns zur Verfügung stehen und kann sie auch über praktische Körperarbeit und theoretische Impulse, Seminare, Kreise und Austausch an Menschen weitervermitteln.
Manchmal sitze ich in einem freien Moment zu Hause und bin so tief berührt darüber, was ich alles erfahren, erforschen und ergründen darf. Ich fühle mich dann so tief verbunden mit dem Prinzip des Lebendigen, mit der Natur, mit dem Universum und der, wenn man so will, göttlichen Lebenskraft, die sich durch uns und unser Wirken genau in dieser Form, die wir hier auf der Erde einnehmen, ausdrücken will.
Trotzdem lande ich immer wieder an dem Punkt, an dem ich das Gefühl habe, ich ziehe eine Handbremse, ich lande im Mangel, ich bin nicht in meiner vollen Kraft. Inzwischen nehme ich diese Zustände als ganz natürliche Wellenbewegung des Lebens an. Sie sind nicht mehr so dramatisch, wie sie sich noch vor ein paar Jahren angefühlt haben und ich weiß inzwischen auch, dass diese Krisenmomente mich einladen wollen noch tiefer zu tauchen, weiterzuforschen, Blockaden zu entlarven und wieder etwas Neues über mich, das Leben an sich und meine Art in der Welt zu sein zu lernen.
Eine für mich unglaublich wichtige Einsicht, die sich mehr und mehr ihren Weg in mein Bewusstsein bahnt ist die folgende: Ich muss niemandem Rechenschaft über meine Entscheidungen und meinen Weg ablegen, außer mir selbst, meinem Gewissen und meinem eigenen Verständnis vom Leben.
Es mag an manchen Stellen meines Lebens so gewesen sein, dass Menschen, die mir wichtig sind, nicht mit meiner Ausrichtung und meinen Handlungen und Haltungen einverstanden waren, mir sagen wollten, wie ich sein und handeln soll, damit es in die richtige Richtung geht, was ich besser lassen soll oder was ich mehr oder anders tun soll.
Und mir war es an diesen Stellen wichtig, dass sie mit mir zufrieden sind, dass sie mich loben, dass sie einverstanden sind. Immer wieder wollte und will ich, dass die anderen Menschen meine Beweggründe verstehen und ich leider darunter, wenn sie es nicht tun und ich leide noch mehr, wenn ich merke, ich muss mich verbiegen und in die Enge gehen, damit ich ihnen gerecht werden kann. Oft mache ich dann moralische Vorstellungen von anderen zu meinen eigenen und liege im Clinch auch mit mir selbst.
Das Schöne, das ich am Älterwerden entdecke, ist, dass ich mehr und mehr an einen Punkt komme, an dem ich einfach große Lust habe, mir selbst gerecht zu werden. Und damit meine ich nicht, dass ich auf Biegen und Brechen recht haben und meine Meinung und meine Auffassung gegen andere durchsetzen will. Das bringt nur ganz viel Anspannung und Konflikte und entspricht auch nicht meiner Weltsicht. Ich glaube nicht, dass ich in allem, was ich tue, will und fühle, richtig liege. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, die eigenen Empfindungen und Gefühle ernst zu nehmen. Ich glaube an die Schönheit der Vielfalt und an die Andersartigkeit, solange es Verbindung gibt.
Wenn sich etwas für mich nicht weit und offen anfühlt, muss ich nicht unbedingt in der Situation bleiben, nur weil ich glaube, damit mache ich es für andere leichter oder bequemer oder es gehört sich so und ich bekomme dafür eine Verdienstmedaille – die bekomme ich ja dann doch nie. Immer mehr wird mir klar, dass ich damit nicht nur mich selbst verrate, sondern auch den anderen und der Welt nichts Gutes tue. Das größte Geschenk, das ich mir und der Welt machen kann, ist, dass ich authentisch bin und damit in einer guten Schwingung.
Ich darf meinen Empfindungen und Gefühlen als Kompass folgen, ich darf ausprobieren, was sich für mich weiter anfühlt, ich darf auch komplett auf die Schnauze fallen und dann wieder einen neuen Weg einschlagen. Ich darf Orte und Situationen verlassen und wieder zurückkommen, ich darf Grenzen setzen und sie dann auch wieder aufweichen. Es ist mein Weg, mein Leben und ich muss am Ende dafür geradestehen, was ich daraus gemacht habe und welche Entscheidungen ich getroffen habe.
Was sich im Moment für mich offen, weit und fein anfühlt ist mir Freiheiten zu nehmen, die mir Zeit und Räume schaffen, in denen ich weiter forschen und entdecken darf. Das ist das, was ich am Allerliebsten tue. Ich mag es nicht, wenn ich im Funktioniermodus lande und Dinge abarbeite ohne eine tiefe Verbindung und einen tieferen Sinn zu spüren. Ich mag es auch nicht mehr, wenn ich mich zu viel für ein Ziel anstrengen muss und immer und immer wieder in der Frustration lande und meine Freude verliere.
Letztlich habe ich – wieder mal - in mein Human Design Profil hineingeschnuppert. Mich faszinieren solche Persönlichkeitsmodelle, weil sie mir die Möglichkeit geben Worte für Dinge zu finden, die ich schon lang fühle und zum Teil ignoriert oder unterdrückt habe, weil sie sich mit den Vorstellungen von „richtig und gut“ schneiden, die ich mir über die Jahre in meinem Geist aufgebaut habe.
Dieses Profil bescheinigt mir ein hohes Energieniveau und viel Umsetzungskraft, wenn ich es mir erlaube meiner Freude zu folgen, wenn ich mir erlaube, meine Erfahrungen selbst zu machen und daraus zu lernen, wenn ich gleichermaßen auf ein stabiles Fundament achte und mich in neue Abenteuer stürzen kann. Es bescheinigt mir, dass ich nicht dafür gemacht bin, linear einem einzigen Weg oder Projekt zu folgen, sondern, dass ich Umwege nehmen kann, wenn sie mir Freude machen, ich mir Zeit für Entscheidungen nehmen darf und wirklich fühlen soll, was der richtige nächste Schritt ist. Der Weg ist wichtiger ist als das Ziel und ich sei dafür gemacht im Hier und Jetzt zu sein und meine Kraft aus der Präsenz zu schöpfen.
Das resoniert so sehr mit mir. Ich bekomme Stress, wenn ich etwas zu weit im Voraus planen soll. Ich verliere meine Freude, wenn ich merke ich trete auf der Stelle, aber ich muss das jetzt weiter machen, weil ich das so zugesagt habe. Ich verliere die Verbindung, wenn ich auf ein Ziel hinarbeiten soll, das ich nicht fühlen kann, das keinen Funken in mir entfacht oder zu weit entfernt ist. Ich werde frustriert, wenn ich in dem, was ich tue gerade keine Kraft und Resonanz spüre. Dann will ich mich verkriechen und mir eine Decke über den Kopf ziehen und nicht mehr mitspielen.
Es dauert dann wieder eine Weile, bis die Abenteuer- und Entdecker*innenlust wieder zurückkommt. Irgendwie tut sie das glücklicherweise immer und dafür bin ich dankbar. Nun spüre ich gerade hin zu der Frage, was dieser Frühling von mir will und was ich von ihm will.
Ich habe in den letzten Monaten viel zu tun gehabt, volle Tage und Wochen gelebt, manchmal sehr freudvoll und voller Energie und manchmal auch sehr müde und frustriert. Das Schuljahr geht noch 3 Monate und die jungen Menschen, die ich begleite, brauchen viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und manchmal auch ziemlich viel meiner Kraft.
Diese Woche ist ein Zyklus von Yogakursen im Yoga Shiatsu Zentrum zu Ende gegangen und es stehen die Frühlingskurse von April bis Juni auf dem Programm. Im Mai ist ein 2-Tagesseminar in Goldrain geplant und im Juni geht’s zur Sommersonnwende auf die Alm. Das ist zumindest der Plan.
Ich habe richtig Lust auf diese Angebote. Und ich wünsche mir Menschen, die sich eingeladen fühlen mitzumachen. Ich wünsche mir Menschen, die aus ihrer Freude heraus entscheiden sich anzumelden, dabei zu sein, weil sich in ihnen etwas stimmig, neugierig, offen und weit anfühlt. Weil sie genau so fasziniert von der Forschungsfrage sind, was uns ein Leben in voller Kraft schenken kann, wohin uns unsere Freude führen kann und weil sie Lust haben Erfahrungen zu machen, Impulse zu bekommen, im Austausch zu sein. Diese Menschen dürfen mit ganz viel Leichtigkeit kommen.
Deshalb, liebe Menschen, wenn ihr das lest und ihr fühlt, da regt sich was, ruft mich an und seid mit dabei! Und wenn ihr gerade auf einem anderen Weg unterwegs seid, es sich gerade nicht stimmig anfühlt, der Moment nicht reif ist, dann werde ich die Zeit nutzen und genüsslich eine Frühlingspause vor der Sommerpause machen. 😊
Die Entscheidung, mir diese Möglichkeit offen zu lassen, schenkt mir gerade so viel Luft, Raum und Freude.
Hier für dich die Frühlingsangebote, die ich ausgetüftelt habe – schau mal, ob dich etwas ruft:
Yoga ab Donnerstag, 09.04. von 09.15 – 10.30 Uhr / 8 Einheiten / 160€
Yoga ab Dienstag, 21.04. von 17.15 – 18.30 Uhr / 5 Einheiten / 100€
In den Yogakursen halte ich Raum für dich, damit du innehalten, dich verbinden, spüren, fühlen und entdecken kannst, was dir gerade Kraft und Freude schenkt. Wir bewegen den Körper, beobachten den Atem und laden den Geist ein ruhig, offen, wach und klar zu sein, damit du deine besten Entscheidungen treffen und deinen eigenen Weg gehen kannst. Jeden Tag wieder von Neuem.
Falls meine Termine nicht zu deinem Wochenplan passen, hier gibt es noch eine große Auswahl an weiteren Terminen für dich: www.yszm.it/kurse
Am Freitag und Samstag, 08. & 09. Mai bin ich im Schloss Goldrain eingeladen ein Seminar über die Kunst der Achtsamkeit zu halten. Das Schloss alleine ist schon Grund genug sich für dieses Seminar anzumelden. Es ist für mich ein Kraftort, das schon den perfekten Boden für eine achtsame Lebenshaltung bereitet. Wir werden in diesen beiden Tagen die Möglichkeit haben in das Thema Achtsamkeit als Zustand im Alltag einzutauchen. Wieder gibt es ganz viel Raum für dich zum Forschen, Spüren und für wertvolle Impulse und Austausch mit anderen. Du kannst dich für dieses Wochenende direkt im Schloss anmelden – mit oder ohne Übernachtung.
Von Freitag 19.06. bis Sonntag 21.06. wandern wir auf die Klosteralm in Schnals um die Sommersonnwende hoch über dem Tal zu feiern. Eingebettet in die Natur und die Elemente nehmen wir uns Zeit für Bewegung und Ruhe, Rückzug und Austausch, Wandern und Yoga, gemütliches Zusammensein am Feuer und die Frage, was in deinem Leben dieses Jahr besonders ans Licht will, was du umsetzen möchtest, wohin es in der 2. Jahreshälfte gehen soll. Das können deine Projekte sein oder Qualitäten, die du kultivieren möchtest oder auch Dinge, die du nicht mehr machen möchtest, damit mehr Raum für etwas Neues entstehen kann. Hier kannst du noch mehr lesen: www.yszm.it/retreatsreisen
Hier geht’s zum kompletten Frühlingsprogramm des Yoga Shiatsu Zentrum Meran. Es gibt außer meinen Themen noch viele spannende Angebote von meinen Kolleg*innen und Weggefährt*innen. Schau mal rein, stöber ein bisschen und schau wohin dich die Freude tragen möchte: www.yszm.it
Ich wünsch dir eine wunderbare Osterzeit und freu mich, wenn sich unsere Wege kreuzen!
Martina




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